Steigende Kosten bei der Verpackungslizenzierung 2019 erwartet

Mark Messerschmidt
24. April 2018

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen und Markteffekte führen zu steigenden Preisen

Für jedes Unternehmen ist die mittel- und langfristige Prognose seiner Einkaufskosten von hoher Bedeutung. Im Rohstoffmarkt bemühen sich Analysten um die Einschätzung von Angebot und Nachfrage und der daran gebundenen Preisentwicklung. Sucht man im Bereich der Verpackungslizenzierung nach Expertenmeinungen ist man meist auf die Aussagen der Anbieter Dualer Systeme angewiesen. Doch deren Prognose kann kaum als objektiv bezeichnet werden und damit auch nicht als valide.

In den letzten Jahren kannte die Preisentwicklung ohnehin nur eine Richtung: Es ging nach oben. Dabei war die Begründung der Systembetreiber immer derselbe Dreiklang: Erstens, steigende Erfassungs- und Verwertungskosten; Zweitens, sinkende Rohstofferlöse und Drittens, die permanente Differenz zwischen den zur Finanzierung des Gesamtsystems gemeldeten Verpackungsmengen und den tatsächlich erfassten Mengen. Ob das in der Vergangenheit alles so berechtigt und richtig war darf dahingestellt bleiben. Für das Jahr 2019 werden die Karten jedenfalls neu gemischt. Und das in mehrfacher Hinsicht. Die wichtigsten Änderungen und Ereignisse mit Einfluss auf die Preisgestaltung für das kommende Jahr sind:

1. Das VerpackG gibt ab Januar 2019 veränderte Rahmenbedingungen bei den Erfassungsstrukturen auf kommunaler Ebene vor. In der Praxis dürfte dies insbesondere bei den Fraktionen PPK und LVP zu erheblichen Kostenerhöhungen führen.

2. Die neue gesetzliche Verpflichtung der Dualen Systeme das Öko-Design von Verpackungen auch monetär zu fördern, wird ebenfalls nicht ohne Folgen auf der Lizenzkostenseite sein.

3. Ebenso führt die Erhöhung der gesetzlich vorgegebenen Verwertungsquoten zumindest mittelfristig zu einem steigernden Einfluss auf die Kostenstruktur im Bereich Sortierung und Verwertung.

4. Mit dem Jahr 2019 werden durch die Dualen Systemen auch erstmalig die Kosten der Einrichtung und des Betriebes der Zentralen Stelle übernommen.

5. Das aktuelle Ereignis der Insolvenz eines Dualen Systems wird, unabhängig davon, ob die Weiterführung des Betriebes gelingt oder aber das Duale System die Tätigkeiten einstellen muss, nicht ohne Einfluss auf die künftigen Kalkulationen von Erfassungs- und Sortierverträgen bleiben.

6. Die Inverkehrbringer wie Duale Systeme überwachende Tätigkeit der Zentralen Stelle in Kombination mit den neuen Clearingverträgen und den Erfahrungen aus der aktuellen Insolvenz eines Dualen Systems sollte dazu führen, dass den deutlich erhöhten Kosten der Dualen Systeme sollten auch eine erhöhte Verpackungsmenge zur Finanzierung gegenübersteht.

Diese Faktoren kommen nicht bei allen Fraktionen gleich und auch nicht zum selben Zeitpunkt zur Wirkung. Lesen Sie in den kommenden Beiträgen, welche Bedeutung den einzelnen Themen zuzumessen ist.

CLOVER unterstützt und berät Sie gerne auch direkt. Zur validen und fachkundige Planung der Lizenzpreise des Jahres 2019, steht Ihnen CLOVER gerne zur Verfügung.