Plastikabfälle international zunehmend in der Kritik

Konzerne steuern gegen

Sonja Koller, freie Journalistin und Texterin
18. Februar 2019

Die Einsicht, dass es sich bei der durch Plastikabfälle hervorgerufenen Umweltverschmutzung um ein globales Problem handelt, das kein Land oder Unternehmen im Alleingang bewältigen kann, ist mittlerweile auch bei vielen Großkonzernen angekommen. Insgesamt 1,5 Mrd. US-Dollar wollen sie in den nächsten fünf Jahren bereitstellen, um effektiv gegen Umweltverschmutzung durch Kunststoffabfälle vorzugehen.

Eine Initiative gegen Kunststoffabfälle: die „Alliance to End Plastic Waste“ (AEPW)

Am 16. Januar 2019 wurde mit der „Alliance to End Plastic Waste“ (AEPW) einer der bisher größten Zusammenschlüsse von Unternehmen ins Leben gerufen.

Ziel der Allianz ist eine schrittweise und umfassende Reduktion von Kunststoffabfällen. Mitglieder sind namenhafte Konzerne aus der Kunststoff-, der Petrochemie- und der Konsumgüterindustrie wie BASF, Suez, Veolia, Nova Chemicals und Protector & Gamble. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt wurden Investitionen von 1,0 Mrd US-Dollar zugesagt. Zum einen strebt die Initiative regionale Partnerschaften an, durch die Städte beim Aufbau einer nachhaltigen Entsorgungsinfrastruktur unterstützt werden sollen. Zum anderen will sie finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle liefern und in Kooperation mit Hochschulen und internationalen Organisationen ein wissenschaftliches Informationsnetz bereitstellen.

Effektive Hilfe vor Ort durch „Stop Oceans Plastic“ (STOP)

Bereits seit 2017 existiert die vorwiegend in Südostasien aktive Initiative „Stop Oceans Plastic“ (STOP). Ziel der Initiative ist die Eindämmung der Gewässerverschmutzung durch Plastikabfälle. Durch Partnerschaften mit Städteregierungen werden vor Ort effektive Recyclingsysteme entwickelt und Aufklärungsarbeit geleistet. Von Borealis und System IQ ins Leben gerufen, weist STOP heute bereits namenhafte Partner wie Nova Chemicals, Veolia oder Borouge auf. Nun hat sich mit Nestlé das erste Lebensmittelunternehmen dem Projekt angeschlossen.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé ist neuer Partner von STOP

Für Nestlé ist diese Partnerschaft ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg, bis 2025 die Verwendung von nicht oder nur schwer recycelbaren Materialien schrittweise einzustellen. Das Unternehmen setzt dabei primär auf die Verwendung von Papier und recycelbarem Plastik. Bereits 2019 sollen verstärkt Trinkhalme und Verpackungen aus Papier auf den Markt gebracht werden.

Vorreiter in Sachen Recycling: Der Kunststoffhersteller Borealis

Neben Nestlé ist Borealis, einer der größten Hersteller von Polyolefinen, ein wichtiger Partner sowie Gründungsmitglied der Initiative STOP. Der Wiener Konzern gehört seit der Übernahme der deutschen Kunststoffrecyclers Mtm und des österreichischen Ecoplast mit zu den größten Kunststoffrecycling-Unternehmen Europas. Borealis beteiligt sich neben STOP auch an der Polyolefins Circular Economy Platform (PCEP) und der Initiative für eine neue Kunststoffwirtschaft der Ellen MacArthur-Stiftung.